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18. Sept. 2012
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C2 Seminar mit FIFA-Schiedsrichter Dr. Markus Merk eröffnet neue Blickwinkel auf Entscheidungsprozesse

Täglich stehen im Unternehmensalltag Entscheidungen an. Manche sind langfristig planbar, doch immer mehr müssen ad hoc getroffen werden. Wie Führungskräfte auch in überraschenden Situationen einen klaren Kopf behalten und sichere Entscheidungen treffen können, vermittelte ein Intensiv-Workshop der C2 OrganisationsBeratung am 30. März in Stuttgart. Referent Dr. Markus Merk entführte die Teilnehmer in die emotional aufgeheizte Atmosphäre des Fußballstadions und schilderte anschaulich, wie er Entscheidungen vorbereitet, trifft und kommuniziert. Dabei plädierte der FIFA-Schiedsrichter für die schnelle Entscheidung. Mit seinen Thesen erarbeiteten die Teilnehmer anschließend unter Regie der C2 Berater, was eine gute und sichere Entscheidung ausmacht. Fazit: sie wird getroffen mit kühlem Kopf und warmem Herz und ist nachvollziehbar für die Betroffenen.



In einem kurzweiligen Vortrag nahm Merk die 40 Seminarteilnehmer zunächst in seine „persönliche Entscheidungswelt als Schiedsrichter“ mit. Auf dem Fußballfeld entscheidet er in Sekunden über Foul und Elfmeter, Abseits, gelbe und rote Karten. Das Wichtigste bei einer Entscheidung ist für ihn, dass sie sofort getroffen wird. „Der Wahrnehmungsspielraum auf dem Platz beträgt eine Sekunde. Wenn Sie zu lange warten, ist es ganz egal, ob Sie richtig oder falsch entscheiden – Sie wirken unsicher. Das überträgt sich auf die Spieler und Zuschauer und untergräbt die Autorität“, legte der Schiedsrichter den Führungskräften ans Herz. Schnell heiße aber nicht übereilt. Merk beobachtet ständig sein Umfeld und versucht, immer einen Schritt voraus zu sein. Nur so habe er zum Zeitpunkt der Entscheidung alle nötigen Informationen.

Für eine sichere Entscheidung bringt der 44-Jährige einen reichen Erfahrungsschatz mit. Mit zwölf Jahren hat er sein erstes Spiel gepfiffen, inzwischen mehr als 280 Bundesligabegegnungen, zahlreiche Länderspiele, Europa- und Weltmeisterschaften bestritten. In seinem Kopf sind eine Fülle von Spielsituationen abgespeichert. „Ich spüre sehr schnell, ob die Atmosphäre auf dem Platz aggressiv oder entspannt ist und weiß, wie ich damit umgehen muss“, sagt Merk. Dabei sieht er sich nicht als Spielverderber sondern als Spielleiter: „Ich möchte dem Spiel den größtmöglichen Fluss geben und wenig eingreifen“. Regeln seien wichtig, doch es gebe bei jedem Spiel auch Spielräume, die man nützen könne. Vor Fehlentscheidungen ist bei aller Routine auch Merk nicht sicher. Doch auf keinen Fall sollte man versuchen, eine Fehlentscheidung durch eine zweite auszugleichen. „Dann werden Sie unberechenbar und das ist auf dem Fußballplatz genauso schlecht wie im Geschäftsleben.“

Eine gute Entscheidung ist immer auch eine nachvollziehbare Entscheidung, die sicher kommuniziert wird. Entscheidende Faktoren dafür sind laut Merk Begeisterung, Identifikation und Mut, Verantwortung zu übernehmen. „Entscheiden Sie nie gegen die eigene Persönlichkeit und den eigenen Willen, denn dann sind Sie nicht glaubwürdig“, appellierte er.

Merks Thesen und Tipps vom Fußballplatz in den Firmenalltag zu transferieren, dazu lud C2 Partner Jürgen Berger die Zuhörer ein. Für den Unternehmensberater sind drei Betrachtungsebenen relevant: Eine gute, sichere Entscheidung werde mit kühlem Kopf, gutem Bauchgefühl und wachem Blick für das Umfeld getroffen. „Bei schlechten Entscheidungen stimmt meist die Balance nicht“, weiß Berger. Um einen Entscheidungsprozess zielführend zu gestalten, empfiehlt der C2 Partner, sich vier Fragen zu stellen: Leiten mich im Entscheidungsprozess Wünsche oder echte Notwendigkeiten? Welche Alternativen gibt es und welche Folgen hätten sie? Was sagt mein Bauchgefühl? Wie ist die Entscheidungskultur im Unternehmen? Berger ermutigte die Teilnehmer, Denktabus zu brechen und auch mal „die verrücktesten Alternativen“ zu durchdenken. Ebenso wichtig sei das Vertrauen in die eigene Intuition. „Die besten Entscheidungen sind meist die, bei denen ich schon während des Entscheidungsprozesses ein gutes Gefühl habe“, berichtet Jürgen Berger. Nicht zu unterschätzen sei allerdings auch das Umfeld im Unternehmen. Hier gelte es die Spielregeln zu kennen, die Schlüsselfiguren für sich zu nutzen und die Nebenwirkungen der Entscheidung vorherzusehen.

Was einfach und klar klang, entpuppte sich in der Diskussion als trickreich. Die Teilnehmer tauschten sich angeregt über die Fragen, ob es objektive Notwendigkeiten gibt, was Ehrlichkeit ist, oder was konkret hilft, wenn Entscheidungen zu lange ausgesessen werden, aus. Zuletzt aber war man sich einig: Das Seminar war rundum bereichernd: Es hatte mit Dr. Markus Merk einen hervorragenden Referenten, der die Theorie der Entscheidungsfindung um anschauliche Praxis bereicherte und der C2 OrganisationsBeratung war es wieder einmal gelungen, 40 vorher unbekannte Leute in einen „Tanz zu bringen“ und gemeinsam neue Erkenntnisse zu erarbeiten.







Heike Wolff
das PRojektbüro

Pressemitteilung von "Wirtschaft + Weiterbilung", 05_2006, (57 KB)


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