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Rückblick

18. Sept. 2012
C2 Themenabend:
Die Gemeinwohl-Ökonomie - Ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft

 
Mit essbaren Polstern und kompostierbaren
Shirts Denkmuster auf den Kopf stellen 
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Beim C2 Themenabend am 27. Februar 2008 regt Umweltwissenschaftler Michael Braungart mit ungewöhnlichen Thesen zum Umdenken an

Stillstand heißt Rückschritt – das beschwören nicht nur Politiker gerne, es gilt auch in Unternehmen. Veränderungsprozesse anzustoßen und umzusetzen, ist eine Kernkompetenz der C2 Unternehmensberatung in Stuttgart. Eindruckvolle Beispiele dafür, wie man alte Denkmuster auf den Kopf stellen kann, geben seit 1999 die C2-Themenabende. Zum jüngsten Abend Ende Februar in Stuttgart begrüßte C2 Partner Jürgen Berger den Umweltwissenschaftler Michael Braungart, der das Thema Change mit Beispielen aus der Umweltdiskussion belebte. Bergers Wunsch, der Referent möge den Zuhörern „Denkanstöße geben“, erfüllte Braungart mit provokanten Fragen, drastischen Vergleichen und gewagten Thesen mühelos.

„Ein Produkt, das Leute krank macht, ist einfach nicht gut.“ Der promovierte Chemiker und Professor für Stoffstrom-Management weiß, wovon er spricht. Als Leiter des Hamburger Umweltforschungsinstituts EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency) hat Michael Braungart vom Kinderspielzeug bis zum Fernseher zahlreiche Produkte auf Schadstoffe untersucht. In diesem Zusammenhang stellte er fest, dass die Qualität der Luft in Innenräumen „drei- bis achtmal schlechter ist als die der Außenluft“. Schuld daran seien die Ausgasungen von Tapeten, Teppichen, Laserdruckern und Kinderspielzeug. Man müsse nicht erst in den Irak gehen, um Chemiewaffen zu suchen, man finde sie in den Kinderzimmern – der ehemalige Greenpeace-Aktivist scheut sich nicht vor drastischen Formulierungen. Deutsche Umweltpolitiker kritisiert er für ihre Alibi-Veranstaltungen: Grenzwertdiskussionen führten nicht weiter, weil es nicht genüge, weniger Schadstoffe zu produzieren. „Auch wenn ich ein bisschen weniger vergifte, vergifte ich trotzdem“, so Braungart.

Stattdessen setzt der C2-Gast auf sein Modell der Öko-Effektivität nach dem Beispiel der Natur, die ineffizient, aber effektiv arbeitet. So bringe ein Kirschbaum jedes Jahr Tausende von Blüten und Früchten hervor, ohne die Umwelt zu belasten. Fallen sie zu Boden, verrotten sie und werden zu Nährstoffen. Geht es nach Braungart, existieren zukünftig nur noch zwei Arten von Produkten: Solche aus natürlichen und chemischen Rohstoffen, die vollständig biologisch abbaubar sind, und solche, die sich nahezu endlos recyceln lassen. Den heutigen Abfall, der in Verbrennungsanlagen oder auf Deponien landet, gibt es dann nicht mehr. „Lieber hochwertige Stoffe bei der Produktion verwenden, als teuren Sondermüll entsorgen“, empfiehlt der Experte.

Zum Beweis dafür, dass man nach dem von Braungart konzipierten Prinzip des Cradle to cradle erfolgreich produzieren kann, nennt er Beispiele: Die Schweizer Firma Rohner Textil AG stellt Garne ohne Schwermetalle und Gifte her. So ist jede Zutat für die Polsterbezüge des Airbus A 380 so ausgesucht, dass sie jederzeit kompostierbar und essbar ist. Der Sportartikelhersteller Trigema hat ein kompostierbares T-Shirt auf den Markt gebracht. Auch der Wäschehersteller Triumpf, der Druckfarbenproduzent Marabu sowie 130 weitere Firmen arbeiten erfolgreich mit Braungarts Institut zusammen.

Angeregt vom Vortrag, fiel es dem Publikum nicht schwer, im Anschluss daran selbst Denkmuster zu durchbrechen. „Finden Sie neue Aufgaben für alte Produkte“, forderte C2 Partnerin Christina Wittmer und legte den Arbeitsgruppen ein Sammelsurium von Alltagsgegenständen vor. Was dann passierte, umschreibt C2 Partner Berger so: „Querdenker stellen Denkmuster auf den Kopf und machen so neue Ideen möglich“. Beim C2 Themenabend hieß das, dass aus PET-Flaschen Schwimmwesten und Knieschoner wurden, ein Besen sich in eine Garderobe verwandelte und ein umgedrehter Regenschirm zur 1000-Füßler-Marionette mutierte. So viel Kreativität in so kurzer Zeit hätten sich die Führungskräfte selbst nicht zugetraut. „Der Referent hat wie ein Katalysator gewirkt“, schilderte eine Teilnehmerin. Was im Kleinen wirkt, funktioniert auch im Großen. „Wenn Change-Prozesse in Gang gesetzt werden, sollte man visionäre Querdenker ins Boot holen. Sie bringen neue Sichtweisen und nur so kann wirklich Neues entstehen“, gaben die C2 Partner Berger und Wittmer ihren Gästen mit auf den Heimweg.


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